Sparkassen: Bilanzsumme überspringt 2016 erstmals 100 Mrd. Euro Marke

Kundengetragenes Wachstum sorgt für ein noch passables Ergebnis

01.03.2017 – SVN: Pressemitteilung Nr. 2/17

Als „Frontalangriff auf das öffentlich-rechtliche Bankenwesen in Europa“ bezeichnet Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, beim Bilanzpressegespräch in Hannover die Stoßrichtung der europäischen Regulierungsmaßnahmen. Auch mit den aktuell im Entwurf vorliegenden Regeln für die Besetzung der Kontrollgremien von Sparkassen zielen EBA und EZB auf gut funktionierende Strukturen und Mechanismen: „Dieses Vorhaben ist mit der besonderen Aufgabenstellung öffentlich-rechtlicher Institute nicht vereinbar“, konstatiert Thomas Mang und ergänzt: „Warum sollten Repräsentanten der Träger von Sparkassen nicht in den Aufsichtsgremien sitzen?“ Trotz der belastenden Zinspolitik der EZB erreichten die niedersächsischen Sparkassen auch im Jahr 2016 ein noch passables Ergebnis. Die Bilanzsumme übersprang dabei erstmals die 100 Milliarden Marke und erhöhte sich auf 101,5 Mrd. Euro. Dieses Wachstum wurde maßgeblich durch das Kundengeschäft getragen. Es zeige, „dass sich die niedersächsischen Sparkassen weiterhin erfolgreich am Markt behaupten“, so Thomas Mang. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld, die hohen Regulierungskosten sowie die Digitalisierung seien nach wie vor die größten Herausforderungen für die Institute.

Erfolgstreiber war auch im Jahr 2016 das Kreditgeschäft. Der Kreditbestand erhöhte sich bei den Unternehmenskunden um 1,3 Mrd. Euro auf 37,5 Mrd. Euro. Das Kreditgeschäft mit Privatkunden verzeichnete eine Steigerung um 0,9 Mrd. Euro auf 34,6 Mrd. Euro. Bei den Kreditzusagen dominierte das Neugeschäft mit Unternehmen. Diese wurden um rund 0,2 Mrd. Euro auf 8,6 Mrd. Euro gesteigert.

Auf der Einlagenseite verzeichneten die Sparkassen einen Anstieg um 3,3 Mrd. Euro auf 75,7 Mrd. Euro. Während sich Spareinlagen, Termingelder und Eigenemissionen rückläufig entwickelten, wurde das Geschäft nach wie vor maßgeblich von den kurzfristigen Sichteinlagen dominiert, die sich um 9,8 Prozent auf 46,3 Mrd. Euro erhöhten. Auch das Wertpapiergeschäft entwickelte sich erfreulich. Die Sparkassen erzielten einen positiven Nettoabsatz von rund 700 Mio. Euro, bei insgesamt sehr hohen Umsätzen. Die private Geldvermögensbildung stieg auf 3,2 Mrd. Euro. Offene Immobilienfonds und Aktienfonds wurden besonders stark nachgefragt.

Trotz erheblicher Anstrengungen der Sparkassen auf der Markt- und Kostenseite hinterlassen die schwierigen Rahmenbedingungen bereits Spuren in den Bilanzen. Der Zinsüberschuss lag mit rund 2,04 Mrd. Euro unter dem Niveau des Vorjahres mit 2,16 Mrd. Euro. Bedingt durch das florierende Verbundgeschäft stieg der Provisionsüberschuss um 2,6 Prozent auf rund 670 Mio. Euro. Dem gegenüber stand ein Verwaltungsaufwand, der 2016 mit 1,9 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau gehalten werden konnte. Insgesamt verringerte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung um rund 70 Mio. Euro auf 850 Mio. Euro.

Für das Jahr 2017 erwartet Thomas Mang einen steigenden Provisionsüberschuss, aber auch ein anhaltendes Abschmelzen des Zinsüberschusses und damit unterm Strich geringere Erträge.
 

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Michael Schier
Pressesprecher
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