Sparkassen-Tourismusbarometer 2012

Tourismus läuft rund und steuert weiteren Rekord an | Niedersachsen braucht Angebote für ältere Urlauber | Dramatischer Mangel an Fachkräften im Hotelgewerbe

06.06.2012 – SVN: Pressemitteilung Nr. 10/12

Mit nahezu 40 Millionen Übernachtungen im Jahr 2011 hat Niedersachsen sogar die bisherige Bestmarke aus dem Expo-Jahr 2000 übertroffen. Mit 2,5 Prozent mehr Übernachtungen und 5,7 Prozent mehr Besuchern zeigte das Land, dass die Krise überwunden ist. Die Auslastungen der Bettenkapazitäten stiegen ebenso wie der Umsatz und die Investitionen. Die Zahl der Insolvenzen ging zurück. Und der Trend hält an: 2012 deutet sich sogar ein weiteres Rekordjahr an. Zu diesen Ergebnissen kommt das Tourismusbarometer des Sparkassenverbandes Niedersachsen. Es dient seit neun Jahren als fundierte Informationsquelle für tourismuswirtschaftliche Weichenstellungen im Land.

Für Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, ist der Erfolg kein Zufall. „Gestiegene Gewinne erhöhen die Investitionsbereitschaft der Betriebe und nach der Krise kommt der Aufschwung“, betonte Mang. Endlich sei genug Geld in den Betrieben, um in Größe und Qualitätssicherung zu investieren. Nur so sei langfristig der Erfolg auch zu festigen.

Touristiker setzen aktiv auf Facebook und Twitter

Die Studie, die jährlich vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr in München (dwif) durch umfangreiche Befragungen von sogenannten Wetterstationen – ein Netzwerk aus Freizeit- und Tourismusstationen quer durch Niedersachsen – erstellt wird, lieferte weitere verblüffende Ergebnisse: Fast die Hälfte der Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Tourismus nutzen bereits „social media“. 90 Prozent sind auf Facebook aktiv. Twitter gehört für mehr als ein Drittel zum täglichen Geschäft, um Kunden anzusprechen. Filme für You Tube liefert ein Fünftel der Befragten. Damit sind die Angebote bei den 14- bis 29-Jährigen, die diese Sozialen Medien hauptsächlich nutzen, bestens platziert. Die „Ostfriesische Küste“ hat mehr als 5300 Fans auf Facebook. „Die Nordsee“ beschäftigt zwei Watt-Reporter, die ihre Erlebnisse direkt aus dem Schlick in die Welt twittern. Bei „WattWiki“ schreibt jeder, der möchte, seine Mythen, Erinnerungen und skurrilen Ideen auf die Seite. So entsteht ein amüsanter Fremdenführer im weltweiten Netz (www.watt-wiki.com). Tipp der Studie: Mehr Gesicht auf Facebook zeigen, mehr aktuelle Fotos und Filme hochladen, Einheimische als authentische Botschafter ihrer Region in den Sozialen Medien in Erscheinung treten lassen.

Hannover-Hildesheim: Plus von neun Prozent

Durch die einfache, aber gezielte weltweite Vermarktung ziehen die Regionen auch langsam mehr Ausländer als Urlauber an. Vereinfacht gesagt sind die Schweizer auf den Inseln, die Dänen und Niederländer in den Bergen und die Briten in Hannover zu finden. Wenn 2011 auch 8,4 Prozent mehr Ausländer in Niedersachsen übernachteten, bleibt dieses Segment weiterhin ausbaufähig. Gewinner waren bei den Übernachtungen insgesamt die Mittelweser (plus 9,3 Prozent) und Unterelbe-Unterweser (plus 6,6 Prozent), Ostfriesland und das Braunschweiger Land mit jeweils rund vier Prozent. In Hannover-Hildesheim (+9,3 Prozent) konnten rund 360.000 Übernachtungen mehr gezählt werden – der absolute Spitzenwert in Niedersachsen.. Den größten Zuwachs bei den niedersächsischen Städten verzeichnete Wolfenbüttel (plus 30,1 Prozent).

Bei den Besucherzahlen von Freizeiteinrichtungen lagen 2011 die Zoos und Tierparks, Naturinfozentren sowie Stadtführungen und Burgen/Schlösser vorn. Das Reiseland Niedersachsen glänzt zudem durch Platz zwei bundesweit bei den fahrradfreundlichen Betrieben (dicht hinter Bayern) sowie bei den ADAC-geprüften Campingplätzen (ebenfalls dicht hinter Bayern).

Senioren der Zukunft gewinnen – 3000 Fachkräfte fehlen

Alarm schlugen die Verfasser der Studie in zwei Punkten: Niedersachsen darf den demographischen Wandel nicht verschlafen. „Es müssen mehr und genau abgestimmte Urlaubsangebote für Ältere geschaffen werden“, forderte Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer des dwif. Für das Schwerpunktthema der diesjährigen Untersuchung führte Zeiner eine Modellrechnung an. Danach kann es bei den über 60-Jährigen trotz steigender Bevölkerungszahlen in dem Segment zu einem Rückgang der längeren Urlaubsreisen bis 2025 in Niedersachsen kommen. Bei der Zielgruppe ab 60 Jahren sei deshalb eine erhöhte Kundenbindung notwendig. „Die Tourismuswirtschaft muss auch die Senioren der Zukunft gewinnen, indem sie Erwachsene mittleren Alters als Gäste gewinnt“, sagte Zeiner. Zudem fehlen jetzt schon Fachkräfte im Tourismus, und zwar in der unglaublichen Größenordnung von 3000 Mitarbeitern im Gastgewerbe Niedersachsens. „Das ist keine Randnotiz, da muss schnell etwas passieren“, betonte Mang.

Auch die dramatisch sinkende Zahl der Auszubildenden in dem Sektor sei ein Alarmzeichen, betonte Mang. Doch sei der „weiche“ Faktor Personal maßgeblich für die Wettbewerbsfähigkeit des Reiselandes Niedersachsen. Neue Anreizsysteme bei Weiterbildung, Arbeitszeitregelung, Gehalt und Kinderbetreuung müssten entwickelt werden. Zudem stehe rund ein Drittel der Betriebe im Gastgewerbe Niedersachsens in den nächsten fünf Jahren vor der Herausforderung, die Unternehmensnachfolge zu regeln.
 

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Pressesprecher
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