3. Sparkassentag Niedersachsen

Sparkassen als Modell für Europa | Überregulierung behindert unternehmerische Freiheit | Schleichende Enteignung deutscher Sparer | Stärkere Verzahnung Filiale und Online geplant

06.06.2014 – SVN: Pressemitteilung 8/2014

Der dritte Sparkassentag Niedersachsen steht unter dem Leitthema „Sparkassen. Für die Menschen in Niedersachsen. Lokal und online erfolgreich.“ Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, betonte auf dem Kongress, „die Sparkassen wären eigentlich ein tolles Modell für viele Länder Europas“. Die Sparkassen hätten seit über 200 Jahren ein einfaches und gut nachvollziehbares Geschäftsmodell. Sie förderten nachhaltig den Wohlstand und den Spargedanken, legen die Kundeneinlagen in Krediten in der Region wieder an und sind, auch in der heutigen schnelllebigen Zeit, auf langfristige Ziele ausgerichtet. Das Geschäftsmodell passe seit jeher zu den örtlichen Wirtschaftsstrukturen und orientiere sich an der Realwirtschaft. Nach Ansicht des Sparkassenpräsidenten sind „Sparkassen für eine Soziale Marktwirtschaft unverzichtbar“.

Mit Blick auf die Regulierungsvorhaben in der Finanzbranche solle der Wettbewerb gesichert und gleichzeitig eine übermäßige Marktmacht verhindert werden. „Damit das gelingt, brauchen wir Regeln als eine gute Grundlage, aber keine Überregulierung. Aus unserer Sicht sollte es auch für die Finanzbranche diese unternehmerische Freiheit geben, solange keine Gefahr für die Allgemeinheit davon ausgeht“, so Mang.

Er führte weiter aus, dass die ursprünglich gut gedachte Regulierung von Beginn an auf große, systemrelevante und international tätige Banken im Sinne eines Masterplans hätte konzentriert werden müssen. Für kleinere Institute wie Sparkassen und Volksbanken, die in leistungsfähigen Verbünden zusammenarbeiten, sei die jetzige Regulierung ungerecht und wirke strangulierend. Im Ergebnis werde unternehmerische Tätigkeit und Entscheidungsfreude zurückgedrängt und erstickt.

Kleine Institute zu einer Zwangszahlung in eine europäische Banken-abgabe zu verpflichten, bezeichnete Mang als einen „dreisten Griff in unsere Kassen ohne jede Gegenleistung“, stattdessen sei eine starke Förderung regionaler und mittelständischer Kreditinstitute sinnvoll.

Aus dem Blickwinkel deutscher Sparer verspürten die Sparkassen eine schleichende Enteignung, die mit der „Dauerdroge Niedrigzins“ einherginge, ergänzte Mang. „Die Sparkassen beobachten mit Sorge, dass sich die EZB neben ihrer originären Aufgabe immer stärker fiskalpolitisch engagiere, und das ohne demokratische Kontrolle.“ Präsident Thomas Mang forderte „in absehbarer Zeit den schrittweisen Ausstieg aus dieser Fehlentwicklung“.

Bei einem großen Teil der Sparkassenkunden bestehe immer noch der Wunsch nach persönlicher Beratung. Dennoch sei nach Ansicht des Sparkassenpräsidenten das Internet für das Geschäft der Sparkassen unverzichtbar. „Deshalb stellen wir uns derzeit so auf, dass unsere Mitarbeiter da sind, wo die Kunden sie brauchen. Das kann vor Ort sein oder im Internet. Wir wollen das so verzahnen, dass wir auf allen Wegen ein menschliches Gesicht haben, denn das macht uns aus“, so Mang.
 

 

Fotograf: Ammaniel Hintza

von links nach rechts: Bernd Busemann, Landtagspräsident Niedersachsen; Bernhard Reuter, Vorsitzender der Verbandsversammlung; Bischof a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber; Professor Volker Wieland Ph. D., Ratsmitglied im Sachverständigenrat; Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen; Peter Jürgen Schneider, Finanzminister der niedersächsischen Landesregierung

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