Diagnose Mittelstand 2015: Mittelstand bevorzugt Kredit gegenüber Kapitalmarkt

13.01.2015 – SVN: Pressemitteilung 1/2015

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben 2014 weitgehend auf den Kredit zurückgegriffen, sofern eine Finanzierung durch fremde Mittel stattgefunden hat. Damit wurde der Kredit als Mittel der Finanzierung gegenüber den Instrumenten des Kapitalmarkts vorgezogen. Eine Tendenz des deutschen Mittelstands, sich vermehrt dem Kapitalmarkt zuzuwenden, konnte die „Diagnose Mittelstand 2015“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) nicht feststellen. Bei vorsichtiger Investitionstätigkeit ist die Quote des Eigenkapitals gestiegen, sodass zunehmend Investitionen aus eigenen Mitteln vorgenommen werden konnten. Insgesamt hat die absolute Investitionstätigkeit in 2014 zögerlich das Vorkrisenniveau überschritten.

Ein Erfolgsfaktor des deutschen Kreditsystems ist das Zusammenspiel von regional verwurzelten Kreditinstituten und dem deutschen Mittelstand. Aus oftmals langjähriger, kontinuierlicher Zusammenarbeit entsteht Vertrauen in die Hausbanken. Das deutsche Finanzsystem und die mittelständisch geprägte Wirtschaft passen somit gut zueinander. Dieses System gewährleistet auch ein ausreichendes Kreditangebot für die deutschen Unternehmen. Nach den Ergebnissen der Diagnose Mittelstand 2015 gibt es keine Kreditklemme für den Mittelstand.

Geschäftslage unverändert

Die Experten der Sparkassen beurteilen die Geschäftssituation als unverändert gegenüber dem Vorjahr. So sehen 16,2 Prozent der Befragten eine Verbesserung, während 18,0 Prozent die Lage als verschlechtert ansehen. Damit kommen nahezu zwei Drittel (65,8 Prozent) zu dem Schluss, dass die mittelständischen Unternehmen das Vorjahresniveau gehalten haben.
Die Eigenkapitalquote des deutschen Mittelstands steigt weiter und hat sich im mittleren Wert auf 22,3 Prozent gegenüber 19,7 Prozent im Vorjahr erhöht. Die finanzielle Basis der Unternehmen nimmt weiter zu. Über denselben Zeitraum wurde eine höhere Personalaufwandsquote verzeichnet (19,2 Prozent in 2013 gegenüber 18,0 Prozent in 2012). Damit einhergehend haben sich Umsatzrentabilität, von 7,7 auf 6,4 Prozent, und Gesamtkapitalrentabilität, von 11,8 auf 10,1 Prozent, leicht verschlechtert. Entsprechend der erhöhten Personalaufwandsquote rechnen die Sparkassenberater mit einer stagnierenden Beschäftigung.

Weniger Bedarf an Fremdfinanzierung

In 2014 haben die Experten der Sparkassen weniger Kredite für Investitionen vergeben. Mehr als 45 Prozent gaben an, ein geringeres Volumen an Investitionsfinanzierungen zur Verfügung gestellt zu haben. Insgesamt erkennen die Mittelstandsberater einen niedrigen Bedarf an einer Finanzierung von außen. Die Finanzierung durch die Unternehmen selbst nimmt zu, die Liquidität des deutschen Mittelstands ist solide. Lediglich knapp 20 Prozent der vorgenommenen Investitionen fließen dabei in die Erweiterung und Expansion der geschäftlichen Aktivitäten. Über 50 Prozent sind Ersatzinvestitionen. Mehr Unternehmen zeigen mit 29,5 Prozent Rationalisierung als Motiv von Investitionen. All diese Faktoren weisen auf nachhaltiges Wirtschaften im deutschen Mittelstand hin.

Die „Diagnose Mittelstand“ ist die umfassendste Analyse mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Sie betrachtet zum einen die Bilanzkennzahlen der Firmenkunden von Sparkassen. Zum anderen beruht sie auf einer Expertenbefragung, bei der die zuständigen Kundenbetreuer der Sparkassen die aktuelle Geschäftslage ihrer mittelständischen Unternehmen bewerten.
 

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Michael Schier
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