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Aus- und Weiterbildung auf dem Vormarsch

Erste Lehrgänge ebnen den Weg zur Sparkassenakademie

24.11.1906

Die Teilnehmer des ersten "Unterrichtskurses für Sparkassenbeamte" 1907 (Bild: Sparkassenakademie Niedersachsen)
Die Teilnehmer des ersten "Unterrichtskurses für Sparkassenbeamte" 1907 (Bild: Sparkassenakademie Niedersachsen)

Mit der deutlichen Ausdehnung des Geschäftsbetriebs durch neue Geschäftszweige und steigende Bilanzsummen wuchsen die Anforderungen an die Sparkassenmitarbeiter (damals sprach man immer von „Sparkassenbeamten“). Früh erkannte man im Verband, dass Handlungsbedarf bestand.

Auf dem 22. Hannoverschen Sparkassentag am 24. November 1906 forderte Vorstandsmitglied Homeyer erstmals „die Einrichtung eines Instruktionskursus für Sparkassenbeamte“. Bei der Bearbeitung der Revisionsberichte waren ihm erhebliche fachliche Mängel aufgefallen. Grund sei, „dass mit der so außerordentlich rapiden und großartigen Entwicklung der Sparkassen in der verhältnismäßig so kurzen Zeit die Fähigkeit der zur richtigen und besten Leitung derselben berufenen Vorstandsmitglieder wie der Beamten im allgemeinen nicht ganz gleichen Schritt gehalten hat.“

Kein Beruf, sondern Berufung

Kein Wunder, denn eine spezielle Ausbildung für Sparkassenbeamten gab es bisher nicht. Das Sparkassengeschäft wurde im 19. Jahrhundert nebenamtlich von Kommunalbeamten oder Angestellten des Kreises geführt. Seit der Jahrhundertwende gab es so genannte Rendanten beziehungsweise Kassierer, die meistens hauptamtlich für die Sparkasse arbeiteten. Bei der Einstellung wurde vor allem Wert auf allgemeine Qualitäten wie Verlässlichkeit, gutes Rechnen und seriöse Umgangsformen gelegt.

Spezielle Fertigkeiten eigneten sich die Beamten erst während ihrer Tätigkeit in der Sparkasse an. Oft wurden sie jedoch innerhalb der verschiedenen Bereiche der Kommunalverwaltung versetzt und nahmen ihr mühsam erworbenes Fachwissen mit. Diese Praxis wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufig beklagt, änderte sich aber erst nach dem Ersten Weltkrieg abgestellt.

Mit Lehrgängen auf dem Laufenden bleiben

Homeyer kritisierte darüber hinaus, dass sich „die mehr oder weniger konservativ veranlagten Beamten“ technischen Neuerungen gegenüber häufig verschlossen:
„Wie schwer es unseren Herren Revisoren manchmal geworden ist, total veraltete, aber von den betreffenden Beamten lieb gewordene Einrichtungen zu beseitigen, davon würde ich Ihnen ganz erbauliche Vorkommnisse erzählen können.“

Hier könne, so war Homeyer überzeugt, durch regelmäßige Lehrgänge Abhilfe geschaffen werden. Auch die sich schnell wandelnden gesetzlichen Vorschriften machten es notwendig, „den Sparkassenbeamten auf all den für ihn vorhandenen Arbeitsgebieten Gelegenheit zu Belehrungen und Vervollkommnungen“ zu geben. Gleichzeitig sollten sie während der Fortbildungen Gelegenheit erhalten, Fragen zu stellen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Die Delegierten des Hannoverschen Sparkassentages befürworteten, bereits im kommenden Jahr einen „Unterrichtskursus für Sparkassenbeamte“ durchzuführen. Damit hatte sich erstmals ein Verband die organisationsinterne Berufsbildung zur Aufgabe gemacht  erneut wurde in Hannover Sparkassengeschichte geschrieben.
 
Erfolgreicher erster Lehrgang

Der erste Lehrgang, der eine Woche dauerte und an dem 23 Beamte aus dem hannoverschen Verbandsgebiet sowie 4 aus Elberfeld, Holland und Straßburg teilnahmen, war ein voller Erfolg. Auf dem 23. Hannoverschen Sparkassentag im November 1907 berichtete Sparkassendirektor Lindhorst begeistert, es habe „eine Temperatur des Interesses [geherrscht], wie sie sich kein Dozent besser wünschen kann.“

Er betonte, dass die bessere theoretische Ausbildung nicht nur ein Gewinn für den Einzelnen bedeute, sondern auch „einen direkten Vorteil für die Sparkasse selbst.“ Gleichzeitig hob er hervor, dass die Lehrgänge außerdem eine wichtige Gelegenheit zum Aufbau von Netzwerken boten und das Standesbewusstsein förderten. Dies sei „doch von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Darum sollen wir es auch nicht bei dem einen Male bewenden lassen.“
Dieser Meinung schlossen sich die Delegierten der Verbandsversammlung ohne weitere Diskussion an.

Bereits im folgenden Jahr erhöhte sich die Zahl der Lehrgangsteilnehmer auf mehr als das Doppelte, die Fortbildung wurde auf neun Tage verlängert. Erstmals teilte man die Teilnehmer jetzt auch in zwei Kurse auf: einen längeren Unterrichtskurs für jüngere und einen kürzeren Vortragskurs für ältere, erfahrene Beamte.

Der Erste Weltkrieg stoppt weitere Planungen

Überlegungen über den Ausbau der Fortbildungen, die Einführung von Prüfungen und die Errichtung einer Sparkassenschule wurde jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vorerst ein Ende gesetzt.

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